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Wegebau & Pflege

Nicht gut gemacht: Ein zu breiter Fußweg geht in die falsche Richtung.

Abbildung: Nicht gut gemacht: Ein zu breiter Fußweg geht in die falsche Richtung.

Schon mit der Planung von Wegen und Plätzen wird der spätere Pflegeaufwand festgelegt. Leider wird dieser grundlegende Zusammenhang nur in den seltensten Fällen ausreichend berücksichtigt. Als Folge von Fehlentscheidungen entstehen dadurch über Jahre hohe Pflegekosten, die mit einer weitsichtigen Planung vermeidbar sind.

Zunächst spielt die Lage und Nutzungsintensität von Wegen und Plätzen eine Rolle. So sollte in Randbereichen von Ortschaften auf fugenreiche Deckschichten verzichtet werden, um den Aufwand an Pflege gering zu halten. Wassergebundene Oberflächen sind ebenfalls geeignet und haben den Vorteil, dass sie sich leichter reparieren lassen und dass sie durchlässiger für Regenwasser sind.


Ein Blühstreifen nutzt der Artenvielfalt und kann den Pflegeaufwand verringern.

Abbildung: Ein Blühstreifen nutzt der Artenvielfalt und kann den Pflegeaufwand verringern.

Die Flächen sollten so gestaltet sein, dass sie mechanisiert gut zu reinigen sind. Hindernisse wie Bänke, Laternenpfähle etc. erhöhen den Handaufwand und damit die Kosten für die Unkrautbeseitigung. Außerdem muss die Gehwegbreite an die tatsächliche Nutzung angepasst werden. Oft erhöhen nämlich zu breite Wege und zu große und kaum genutzte Plätze unnötigerweise die Pflege-Intensität. Solche Fehler wurden in einigen Kommunen schon erkannt, so dass es dort zum Rückbau von befestigten Flächen gekommen ist. Auf den freiwerdenden Bereichen können zum Beispiel Gras- oder Blühstreifen angelegt werden. Sie sind nicht nur optisch bereichernd, sondern auch ein Gewinn für die Biodiversität.


Werden Wege zu spät saniert, steigt der Pflegeaufwand von Jahr zu Jahr an.

Abbildung: Werden Wege zu spät saniert, steigt der Pflegeaufwand von Jahr zu Jahr an.

Für eine gute Mechanisierung durch Befahren mit Kommunalschleppern ist bautechnisch der korrekte Schichtaufbau wichtig. Große Lasten, wie z. B. selbstfahrende Geräte zur Unkrautbekämpfung mit Heißwasser mit großen Wassertanks erfordern eine ausreichend starke Tragschicht und möglichst Randbe-
festigungen. Andernfalls kommt es schnell zu Rissen und Absackungen auf Wegen und Plätzen. Die Flächen sollten möglichst eben sein, wenig bauliche Hindernisse (Handarbeit erforderlich) haben und ein Gefälle von 2-3 % für die ausreichende Entwässerung aufweisen. Raue Natursteinpflaster benötigen ein höheres Gefälle als glatte Betonsteine oder durchgehende Deckschichten. Um die Unterhaltung bei Pflasterungen zu vereinfachen, müssen Platten oder Steine eben und fugenarm verlegt werden. Die Fugen sind vollständig mit nährstoffarmen Splittgemischen zu verfüllen.


Wegebau und Pflege 4 hochkantIm günstigen Fall wird ein Pflegekonzept vor dem Bau eines Weges oder Platzes erstellt, so dass der Pflegeaufwand schon frühzeitig berücksichtigt werden kann. In den meisten Fällen jedoch werden Maßnahmen zum Vegetationsmanagement erst geplant, wenn die Flächen schon angelegt worden sind.

Bereits über viele Jahre haben sich je nach Umwelt, Umgebung und Nutzung unterschiedliche standortspezifische Situationen der Verunkrautung herausgebildet. Tendenziell ist eine Zunahme zu beobachten, was einige Verantwortliche auf dauerhafte Kosteneinsparungen und auch auf Restriktionen beim Herbizideinsatz zurückführen. Mit stärkerer Nutzung und intensiveren Reinigungsmaßnahmen nehmen Unkräuter auf Wegen und Plätzen in Richtung der Stadt- und Ortszentren ab. Dagegen sind in Randbereichen und dort vor allem auf Gewerbeflächen häufig stark verunkrautete und sanierungsbedürftige Flächen anzutreffen.

 


Wegebau und Pflege 5 hochkant einfach

Ein nachhaltiges Pflegekonzept sollte aus den folgenden vier Bausteinen bestehen:

  1. Planung und Aufbau von Wegen und Plätzen
    (vorbeugendes Unkrautmanagement)
  2. Festlegung der tolerierbaren Verunkrautung
    (je nach Standort)
  3. Beschreibung der Pflegemaßnahmen
    (Art, Intensität und Terminierung)
  4. Erfolgskontrolle und ggf. Anpassung des Maßnahmenkatalogs

Zunächst muss für die Flächen vorab festgelegt werden, wie stark die noch tolerierbare Verunkrautung sein darf. Es empfiehlt sich, diesen Grad in Form einer 6-stufigen Skala festzulegen und auch für eine kontinuierliche Bonitur zu verwenden (Abbildung 10).

Dasselbe Schema kann nachfolgend auch zur Erfolgskontrolle verwendet werden.

Falls Pflegearbeiten an Dienstleister vergeben werden, lassen sich ebenfalls Werte von 1-6 als Ziel festlegen. Vertraglich sollte dies mit entsprechenden Abbildungen hinterlegt werden.

 

 


Wegebau und Pflege 6Eine vollständige Unkrautfreiheit (Klasse 1) anzustreben, ist nur in den seltensten Fällen sinnvoll. Bei fugenarmen Oberflächen und intensiver Nutzung durch Fußgänger kann dieser Zustand zwar mit wenig Aufwand erreicht werden, aber generell genügt die Klasse 2 (max. 5 % Unkrautwuchs in den Fugen), um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Beachtet werden sollten hohe Unkräuter sowie Moose und Algen. Bei Unkrautstärken der Klassen 5-6 ist mit hohen Instandhaltungskosten zu rechnen, vor allem wenn diese Flächen wieder in deutlich unkrautärmere Flächen überführt werden sollen.

Eine Erfolgskontrolle der Pflegemaßnahmen sollte kontinuierlich und präzise erfolgen. Mit etwas Übung lassen sich Unkraut-Deckungsgrade visuell bonitieren und dokumentieren. Alternativ können Programme zur digitalen Bildanalyse genutzt werden. Diese Schritte sind wichtig, um Managementverfahren zu bewerten und zu verbessern. Sie erleichtern darüber hinaus den Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Geräte-Herstellern oder Dienstleistern.

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