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Mechanische Verfahren

Einfache Kehrmaschinen erledigen eine frühe Unkrautbekämpfung.

Abbildung: Einfache Kehrmaschinen erledigen eine frühe Unkrautbekämpfung.

Erfolgreich sind frühzeitige Behandlungen, an die sich möglichst thermische Verfahren anschließen sollten, um die geschwächten Pflanzen irreversibel zu schädigen. Unkrautsamen lassen sich nur unzureichend durch Bürsten von der Fläche entfernen, weil sie durch die Rotationsbewegung schnell in tiefe Fugen verfrachtet werden. Auch Fragmente von vitalen Wurzeln oder Rhizomen werden durch mechanische Geräte in Fugen transportiert und können dort geschützt austreiben.

Grundsätzlich beginnt die mechanische Entfernung von Unkräutern schon mit dem Einsatz von Kehrmaschinen. Bei wiederholtem Kehren in Abständen von ca. 4 Wochen können sich Unkräuter zumindest auf ebenen und vollständig gereinigten Flächen nur schwer etablieren.

Verschiedene Effekte können hier wirken:

a) kleine Pflanzen werden aus den Fugen herausgerissen;

b) Unkrautsamen werden entfernt und

c) organisches Feinmaterial wird entfernt, so dass Unkräutern weniger Nährstoffe und Wasser zur Verfügung stehen


Von einer Kehrmaschine zur Unkrautbürste sind die Übergänge fließend.Abbildung: Von einer Kehrmaschine zur Unkrautbürste sind die Übergänge fließend.

Eine direkte mechanische Bekämpfung von Unkräutern kann mit folgenden Werkzeugtypen erreicht werden:

  • Bürsten (Stahl oder Kunststoff, horizontal oder vertikal rotierend)
  • Winkel- bzw. Sichelmesser (Rasenmäher-ähnlich)
  • Kunststofffäden (für Freischneider und ähnliche Geräte)
  • Federzinken und Striegelegge (zum Beispiel für wassergebundene Flächen)

Bürstenaufsätze für Kehrmaschinen gibt es in vielfältigen Formen und Stärken. Sie lassen sich folglich sowohl durch die Wahl des Materials, als auch durch die Geräte-Einstellung gut an die vorhandenen Oberflächen anpassen. Eine falsche Einstellung jedoch kann zu irreparablen Schäden an den Deckschichten führen.


Kräftige Stahlborsten arbeiten gründlich, können aber auch das Pflaster schädigen.Abbildung: Kräftige Stahlborsten arbeiten gründlich, können aber auch das Pflaster schädigen.

Bei den rasenmäher-ähnlichen Geräten ist diese Gefahr noch größer, auch wenn die grundsätzlich aggressivere Arbeitsweise einen besseren Bekämpfungserfolg bedeutet. Zudem ist die Gefahr des Steinschlags zu bedenken: Zur Vermeidung haben die Geräte-Hersteller unterschiedliche Schutzvorrichtungen vorgesehen. Äußerste Vorsicht ist bei Einsätzen mit Freischneidern oder Motorsensen gegeben. Die speziellen Aufsätze zur Unkrautbekämpfung müssen amtlich für die Freischneider zugelassen sein. Die Verletzungsgefahr für Anwender, Passanten oder Hunde ist außerordentlich hoch.
Unkrautbürsten eignen sich für die Sanierung von Flächen, vor allem wenn in demselben Arbeitsgang das abgetrennte Material aufgenommen wird. Die Wirkung ist umso besser je ebener die Fläche ist und je kleiner die Unkräuter sind.


Es gibt vertikal und horizontal arbeitende Geräte.Abbildung: Es gibt vertikal und horizontal arbeitende Geräte.

Horstbildende Gräser oder tief wurzelnde Pflanzen wie der Löwenzahn lassen sich jedoch kaum vollständig entfernen. Ein Wiederaustrieb ist daher wahrscheinlich, und die geschwächten Pflanzen müssen erneut behandelt werden (ggf. thermisch). Im Vergleich zu thermischen Verfahren sind mechanische Geräte zur Unkrautbekämpfung weniger witterungsempfindlich. Trockene Bedingungen verhindern aber den Wiederaustrieb, weil der Boden besser von den Wurzeln getrennt wird.
Bei handgeführten Geräten ist der Kraftaufwand nicht zu unterschätzen, und auch die technisch bedingten Vibrationen können den Anwender belasten. Vor der Anschaffung eines Geräts sollten diese Eigenschaften unbedingt vorab unter realistischen Bedingungen getestet werden.

 

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